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Lebensstandart 2026

Unser Lebens-Standard sinkt, unsere Lebensqualität stagniert und wir alle schauen tatenlos zu, und wissen nicht, was die Politiker-Gilde führt im Schilde.

Der Lebens-Standard
umfasst den materiellen Aspekt unseres Daseins. Er zeigt uns, wie komfortabel oder beengt wir materiell leben können. Dazu gehören das persönliche Einkommen, aber auch das Tragen der hohen Fixkosten für Krankenkasse - für Familien bis zu 15% vom Einkommen - der meist viel zu hohen Mieten, mit über 35% vom Einkommen, den Steuern mit ca. 18% vom Einkommen, den Autokosten und das zu teure Bahnabonnement uam.

  1. Das Wohnen ist oftmals oder gar meistens der wesentlichste Ausdruck von unserem Lebens-Standard. Grösse und Qualität der Wohnung oder des eigenen Hauses, die leistungsfähige, kostensparende und ökologische Heizung und die Wohnlage sind qualitätsbestimmend.

 

  1. Zum Lebens-Standard gehört auch das Niveau der Ernährung, die ausreichende und qualitätshohe Nahrungsaufnahme, ökologisch und ökonomische tragbar.

 

  1. Die Kleidung und das Ausleben der persönlichen Bedürfnisse sind ein weiterer Ausdruck vom Lebens-Standard, frei nach dem Motto: Kleider machen Leute.

 

  1. Die Gesundheit ist ebenso ein wesentlicher Bestandteil, die Zahnbehandlung, die man sich leisten kann, der Zugang zu den erforderlichen Ärzten und das Bezahlen der erwähnten Krankenasse.

  2. Zur Kommunikation gehören die heute üblichen technischen Einrichtungen: Der internet-Anschluss, das Handy, der Computer und das oder die TV-Geräte, möglichst in Fussballfeldgrösse.

  3. Zur Mobilität gehören der Bahnhof, die Busstation mit Taktfahrplan und möglichst kurzen, sinnvollen Intervallen, die Auto- oder Fahrradwerkstatt.

 

  1. Freizeit und Kultur wollen ausgelebt werden, das am liebsten in der Nähe, um nicht in die Grossstadt reisen zu müssen, obwohl die Verkehrsmittel 24 Stunden im Betrieb sind, was auch zur Belastung werden kann. Dazu gehören auch Reisen, das Verbringen der Ferien in der weiten Welt, das Mitmachen in Vereinen, heutzutage aber eher vernachlässigend, das Betreiben von Sport, das Besuchen von Veranstaltungen, das Kaufen von Büchern, vom Lesen reden wir lieber nicht, denn das sterbende Bücherlesen greift rasant um sich.

 

  1. Zur sozialen Teilhabe gehören auch Orte der Begegnung, das einzige übrig gebliebene Restaurant, der Kiosk mit reichhaltigem Medienangebot.

 

  1. Betreffend Bildung gehören die Schulen aller Stufen, der nahe Schulweg, auch zu den Kindergärten für unsere Kleinsten dazu. Ebenso weitere Bildungen.

  2. Die finanzielle Sicherheit darf in dieser Aufzählung nicht fehlen, denn wir vergessen nicht, in einer Welt des Geldes zu leben. Wer Ersparnisse anlegen und ausserordentliche Ausgaben sich leisten kann, ist in der Lage, sich in gutem Lebensstandard zu fühlen.

 

Der Begriff «Lebensstandard» bezeichnet vor allem die materiellen Möglichkeiten: reales Einkommen und Kaufkraft, Wohnraum, Mobilität, Konsummöglichkeiten, Gesundheitsversorgung, soziale Absicherung und die Möglichkeit, sich Freizeit, Ferien oder kulturelle Angebote leisten zu können. Wenn Löhne und Renten nominell steigen, gleichzeitig aber Mieten, Krankenkassenprämien, Energie und Lebensmittel stärker zulegen, kann der reale Lebensstandard stagnieren oder sinken.

 

Die Lebensqualität

Der oben erwähnte Lebensstandard sagt etwas darüber «Was kann ich mir leisten und unter welchen materiellen Bedingungen lebe ich, wo sind meine Grenzen und wo meine Spielräume»? Es wird dabei hauptsächlich die wirtschaftliche und materielle Ausstattung einer Person oder eines Haushalts beschrieben.

 

Die Lebensqualität sagt etwas darüber aus, «Wie gut ist mein Leben insgesamt, ohne den materiellen Aspekt im Vordergrund zu sehen. (Dennoch gilt der Spruch: «Ohne Moos ist nichts los»). Es geht in der Qualität eher um emotionale Werte, um das seelische Wohlbefinden, darum, die emotionalen Bedürfnisse befriedigen zu können. Als das sind:

- Das Bedürfnis nach Anerkennung,

- nach Bindung und Zugehörigkeit

- Wertschätzung und gefragt zu sein

- Autonomie und Selbstbestimmung

- Bedeutung und Sinn

- Authentizität

- Freude und Lebendigkeit

- Nähe und Zärtlichkeit, Hautkontakt

 

Hinzu zur Lebens-Qualität kommt das Leben in der Gemeinschaft, in der Gemeinde, im Quartier

Dazu gehören: Bildungsangebote, Elternbildung, Ausbildungsstätten und die Möglichkeit zur Weiterbildung in der Vielfalt der Berufe.

Aber auch das, was uns in unserer Umgebung zur Verfügung steht, die kulturellen Angebote und der bauliche Zustand unserer Gemeinde in der wir leben, mit der ihr eigenen Architektur, der Gestaltung des historischen Teils, der Neubauquartiere, die Bepflanzung, die Strassenführung, Parks, Kinderspielplätze, Hallen- und Schwimmbad und andere Sportanlagen, oder deren Abwesenheit oder deren rudimentäre Einrichtung z.B. Sportplätze ohne Umkleide und Sanitäreinrichtungen.

Betreffend Freizeit und Kultur ist auch wesentlich, was in der Gemeinde läuft, was an Angeboten für die Kinder und die Jugendlichen, aber auch für die mittlere Generation und die Betagten besteht. Dazu gehört auch die Möglichkeit, innert 15 Minuten zu Fuss einen Lebensmittelladen, die Post, (die bezirksweit, ungefragt verschwunden ist), und andere Läden erreichen zu können.

Betreffend Gesundheit sollten Naturheilerinnen und auch der Arzt gut zu erreichen sein, in grösseren Gemeinden auch die Apotheke.

 

Zusammenfassend
Kurzum, Lebensstandard und Lebensqualität sind Geschwisterpaare, die sich mit ähnlichen oder den selben Themen befassen, wie erwähnt, der Standard mehr materiell abgestützt und die Qualität mehr ideell. Nochmals sei betont:

Lebensstandard bezeichnet vor allem die materiellen Möglichkeiten: reales Einkommen und Kaufkraft, Wohnraum, Mobilität, Konsummöglichkeiten, Gesundheitsversorgung, soziale Absicherung und die Möglichkeit, sich Freizeit, Ferien oder kulturelle Angebote leisten zu können. Wenn Löhne und Renten nominell steigen, gleichzeitig aber Mieten, Krankenkassenprämien, Energie und Lebensmittel stärker zulegen, kann der reale Lebensstandard stagnieren oder sinken.

Lebensqualität ist wesentlich umfassender. Dazu gehören Zeit, Gesundheit, Sicherheit, soziale Beziehungen, gesellschaftliche Anerkennung, eine intakte Umgebung, Selbstbestimmung, Ruhe, Vertrauen und das Gefühl, das eigene Leben noch gestalten zu können.

Das Interessante ist: Der Lebensstandard kann stagnieren, während die Lebensqualität gleichzeitig stärker zurückgeht. Ein Mensch kann heute materiell mehr besitzen als vor 30 Jahren – Smartphone, grosses Fernsehgerät, Auto, moderne medizinische Versorgung – und sich trotzdem weniger wohl fühlen, wenn er unter Zeitdruck, Einsamkeit, Unsicherheit, Bürokratie, Verkehr, Lärm oder Zukunftssorgen leidet.

Deshalb ist noch ein dritter Begriff dazunehmen: Wohlstand. Man könnte diese drei so einordnen:

Lebensstandard: Was kann ich mir leisten?
Lebensqualität: Wie gut kann ich leben?
Wohlstand: Welche materiellen und immateriellen
Möglichkeiten stehen mir insgesamt zur
Verfügung?
Wohlstand ist somit die Klammer für Lebens - Standard und Lebens- Qualität

 

Vorwiegend Sinkend und stagnierend
Bereits im Titel ist die Rede vom sinkenden oder stagnierenden Zustand. Betrachten wir die einzelnen Faktoren nun etwas genauer:

 

Für die Schweiz ist die Aussage „der Lebensstandard sinkt generell“ zu pauschal. Man kann aber untersuchen, für welche Bevölkerungsgruppen er sinkt:


- Rentner,
- Familien,
- Alleinstehende,
- untere Mittelschicht,
- Mieter usw.


Besonders interessant ist die Frage, ob trotz wachsendem BIP (Bruttoinlandprodukt, also die gesamte erarbeitete Leistung inne halb eines Jahres in der Schweiz) der frei verfügbare Wohlstand des Einzelnen abnimmt.

 

 

In der Folge soll gezeigt werden, an welchen 10 konkreten Punkten man für die Schweiz messen kann, ob Lebensstandard und Lebensqualität seit etwa 2000 tatsächlich gesunken sind – mit

- Zahlen zu Löhnen,
- Mieten,
- Krankenkassen,
- Steuern,
- Arbeitszeit,
- Verkehr usw.

Wenn man die Schweiz seit etwa 2000 betrachtet, ergibt sich ein differenziertes Bild. Die These vom sinkenden Lebensstandard ist nicht insgesamt falsch, aber sie muss präziser formuliert werden.

10 Punkte, an denen man es messen kann

Bereich

Entwicklung

Wirkung

1. Reallöhne

langfristig nur mässiges Wachstum

↔ / leicht +

2. Krankenkassenprämien

sehr stark gestiegen

3. Mieten/Wohnen

für viele Haushalte deutlich teurer

4. Energie/Nebenkosten

stärkere Schwankungen und zeitweise kräftige Verteuerung

5. Lebensmittel/Alltagskosten

insbesondere seit 2021 spürbarer

6. Steuern & Abgaben

je nach Haushalt sehr unterschiedlich

7. Arbeitsplatz/Arbeitsdruck

materiell gute Bedingungen, aber Stress und Leistungsdruck relevant

− Lebensqualität

8. Mobilität/Pendeln

längere Pendelwege beeinträchtigen Wohlbefinden

9. Medizin/Technik/Komfort

enorme Verbesserungen

++

10. Zeit, soziale Beziehungen, Sicherheitsempfinden

schwerer messbar, aber für Lebensqualität zentral

unterschiedlich

 

Man beachte die vielen Minuszeichen am rechten Rand der obigen Tabelle.

 

Die mageren Reallöhne
Ein besonders aufschlussreicher Punkt sind die Reallöhne. Von 2021 bis 2023 sanken sie drei Jahre hintereinander: 2021 um 0,8 %, 2022 um 1,9 % und 2023 um 0,4 %. Erst 2024 gab es wieder +0,7 % und 2025 +1,6 %. Trotzdem lag der Reallohnindex 2025 mit 99,2 Punkten noch unter dem Niveau von 2020 = 100.

Das ist bemerkenswert: Die Schweizer Wirtschaft ist gewachsen, aber beim einzelnen Arbeitnehmer ist dieses Wachstum keineswegs automatisch als entsprechend höhere Kaufkraft angekommen.

 

Das Beispiel Krankenkasse ist noch deutlicher

Der Krankenkassen-Prämienindex lag 2025 bei 222,9 Punkten gegenüber 100 im Jahr 1999. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder einzelne Haushalt exakt 123 % mehr bezahlt, zeigt aber die enorme langfristige Belastungsentwicklung. Allein 2025 stiegen die erfassten Prämien nochmals um 4,2 %. Das BFS (Bundesamt für Statistik) berechnet, dass dieser Anstieg das Wachstum des verfügbaren Einkommens um 0,3 Prozentpunkte verringerte.

Gesundheit ist überhaupt ein interessantes Paradox: Die medizinischen Möglichkeiten sind besser geworden – gleichzeitig kostet das System enorm viel. 2023 beliefen sich die Gesundheitskosten bereits auf 94 Milliarden Franken beziehungsweise rund 881 Franken je Einwohner und Monat.

Und damit kommen wir zur Lebensqualität

Hier reicht das Geld als Messgrösse nicht mehr.

Ein Mensch kann heute einen höheren materiellen Lebensstandard haben als 2000 und trotzdem weniger Lebensqualität empfinden. Beispielsweise:

mehr Wohnkomfort + bessere Medizin + bessere Kommunikationstechnik, aber gleichzeitig höhere Fixkosten + Arbeitsdruck + Pendelzeit + Informationsüberflutung + weniger verfügbare Zeit + soziale Isolation.

Das Bundesamt für Statistik BFS weist ausdrücklich darauf hin, dass lange Pendelzeiten zusätzliche Kosten verursachen und Stress erzeugen können. Untersuchungen zur Arbeitsqualität zeigen ebenfalls, dass längere Arbeitswege mit geringerer Arbeitszufriedenheit verbunden sind.

Deshalb wäre die Ausgangsthese etwas zu verändern

Nicht:

Unser Lebensstandard und unsere Lebensqualität sinken.“

Sondern präziser:

Trotz wirtschaftlichen und technischen Fortschritts wächst der tatsächlich verfügbare Wohlstand vieler Menschen nur noch langsam – oder eben gar nicht. Gleichzeitig können steigende Fixkosten, Zeitdruck, Arbeitsbelastung und gesellschaftliche Veränderungen dazu führen, dass die subjektiv empfundene Lebensqualität stagniert oder sogar sinkt.“

Das ist die soziologisch interessantere These. Denn dann stellt sich die entscheidende Frage: Wenn eine Gesellschaft immer produktiver und technisch leistungsfähiger wird – warum empfinden ihre Bürger diesen Fortschritt nicht im gleichen Masse als Verbesserung ihres eigenen Lebens?

Genau daraus könnte man eine sehr interessante Gegenüberstellung „Schweiz 1970 – 2000 – 2025“ machen: Lohn, Miete, Krankenkasse, Auto, Lebensmittel, Arbeitszeit, Freizeit, Familie, Sicherheit und Lebenszufriedenheit. Das würde den Unterschied zwischen Wohlstand und Wohlergehen besonders deutlich machen.

Eine Gegenüberstellung über einen längeren Zeitraum gibt Aufschluss. Gerade dadurch sieht man, dass „Fortschritt“ und „besser leben“ nicht dasselbe sind.

Schweiz: 1970 – 2000 – heute

Bereich

ca. 1970

ca. 2000

heute

Tendenz für Lebensqualität

Materieller Wohlstand

deutlich geringer

hoch

sehr hoch

+

Reallohn/Kaufkraft

starkes Wachstum

Wachstum schwächer

zuletzt teilweise Stagnation/Erholung

Wohnen

einfacher, oft günstiger

komfortabler

hoher Komfort, aber teuer

+/−

Krankenkasse/Gesundheit

geringere finanzielle Belastung, einfachere Medizin

steigende Kosten

hervorragende Medizin, sehr hohe Prämien

+/−

Arbeitszeit

länger

kürzer

nochmals etwas kürzer/flexibler

+

Arbeitswelt

körperlich oft härter

zunehmende Dienstleistung

Digitalisierung, Flexibilität, aber neue Belastungen

+/−

Mobilität

geringere Distanzen

mehr Pendler

grosse Pendlermobilität

Konsumangebot

begrenzt

sehr gross

nahezu unbegrenzt

+, aber nicht zwingend Lebensqualität

Kommunikation

Telefon, Brief

Internet/Handy

permanente Vernetzung

+/−

Freizeit/Unterhaltung

weniger Angebot

grosses Angebot

praktisch unbegrenzt

+

Soziale Einbindung

Familie, Vereine, Nachbarschaft wichtiger

Individualisierung

stärker individualisiert

schwer messbar

Selbstbestimmung

gesellschaftlich stärker eingeengt

deutlich grösser

sehr gross

++

 

Einige Zahlen stützen dieses gemischte Bild sehr gut. Die Schweizer Reallöhne stiegen zwischen 2000 und 2010 insgesamt nur um 6,5 %, also durchschnittlich etwa 0,6 % jährlich. Nach mehreren Jahren mit Kaufkraftverlust stiegen die Reallöhne 2025 zwar wieder um 1,6 %, lagen mit einem Index von 99,2 aber noch unter dem Niveau von 2020 (=100).

Bei der Arbeit gibt es dagegen einen echten Fortschritt: Bei Vollzeitbeschäftigten sank die tatsächliche Wochenarbeitszeit allein zwischen 2019 und 2024 um rund 1 Stunde und 6 Minuten auf (durchschnittlich!) 40,1 Stunden.

Gleichzeitig hat sich unser räumliches Leben verändert. 1990 arbeiteten noch 42 % der Pendler in ihrer eigenen Wohngemeinde, 2000 waren es 36 % und 2022 nur noch 29 %. Der durchschnittliche Arbeitsweg betrug zuletzt 13,7 km.

 

Der entscheidende Punkt

Man kann zwischen vier verschiedenen Arten von Wohlstand unterscheiden:

1. Güterwohlstand:
Wie viele Dinge können wir kaufen und besitzen?

2. Einkommenswohlstand:
Wie viel bleibt nach den notwendigen Ausgaben tatsächlich übrig?

3. Zeitwohlstand:
Wie viel frei verfügbare Zeit besitzen wir?

4. Lebenswohlstand:
Wie sicher, selbstbestimmt, sozial eingebunden und zufrieden können wir leben?

Damit wird eine interessante Entwicklung sichtbar:

Die Schweiz ist als Gesellschaft wesentlich reicher geworden. (Aber Zwischenfrage. Was nützt das dem Einzelnen?) Daraus folgt aber nicht automatisch, dass der einzelne Bürger im gleichen Ausmass „reicher lebt“.

Das lässt sich sogar noch schärfer formulieren:

Der Grenznutzen des materiellen Wohlstands nimmt ab.
Eine warme Wohnung, genügend Nahrung und medizinische Versorgung erhöhen die Lebensqualität enorm. Das dritte Fernsehgerät, das schnellere Smartphone oder noch mehr Konsum tun dies dagegen kaum.

Deshalb kann das BIP steigen, während der subjektiv empfundene Fortschritt stagniert. Das ist kein Widerspruch: Das BIP misst wirtschaftliche Produktion, nicht unmittelbar Zufriedenheit, verfügbare Zeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt oder persönliche Freiheit.

Und noch etwas ist wichtig: Wir sollten die Vergangenheit nicht romantisieren. 1970 gab es weniger medizinische Möglichkeiten, weniger Komfort und für viele Menschen weniger gesellschaftliche Wahlmöglichkeiten. Die interessante These lautet deshalb nicht „Früher war alles besser“, sondern:

Wir sind materiell reicher geworden – aber ein immer grösserer materieller Wohlstand garantiert nicht mehr automatisch einen entsprechenden Zuwachs an Lebensqualität.“

Das wäre meines Erachtens auch ein sehr guter Ausgangspunkt für eine gesellschaftspolitische Diskussion: Was müsste die Politik eigentlich maximieren – Wirtschaftswachstum, Kaufkraft oder Lebensqualität?

Oder etwas drastischer ausgedrückt, auf eine Kurzformel gebracht:

In den Fünfzigerjahren im letzten Jahrhundert war die Mutter
vollberuflich die Haushälterin und die stets präsente Mutter, nichts
da von Hort und Krippe. Sie reparierte und nähte ein Teil der Kleider
selber und strickte oft an den Pullovern für die Kinder.
Der Vater arbeitete bei bereits freiem Samstag 45 Stunden in der
Woche. Er konnte Geld sparen, um im Alter von z.B. 40 Jahren ein
Auto zu kaufen und vielleicht bereits mit 35 J. ein einfaches
Einfamilienhaus, selber renovierend oder beim Bau mithelfend.

 

Und im Jahre 2026/7?
Die beiden Söhne meiner Bekannten, beide um die 30 werden nie
und nimmer zu einem eigenen Haus kommen, und sie arbeiten
beide mindestens 1500 – 2'000 Franken pro Monat günstiger, als
ihnen eigentlich zustehen würden. Aber: wegen der Grenzgänger und
der massiven Zuwanderung, bei einer Migration von 43% der
gesamten Einwohner haben sie auf dem Arbeitsmarkt bzw. bei der
Stellensuche trotz behauptetem Fachkräftemangel (was zum Teil
eine krasse Lüge ist) starke Konkurrenz. Die Zuwanderer
werden von den Arbeitgebern gerne und oft als Lohndrücker
eingesetzt.

Und die bittere Pille, die Frau und Mutter muss mitverdienen, um
Krankenkasse und Miete bezahlen und sich Ferien am Meer leisten zu
können.