Ein behördlich verhindertes Projekt
Wir Menschen sind gewissermassen Kombimodelle.
Wir sind geboren als Mann oder Frau, von den Zwischenformen, die auch zur Gemeinschaft gehören, mal abgesehen. Da hätten wir die verschiedensten Aufgaben bzw. Funktion oder Erscheinungsformen und Rollen, die wir zugleich ausüben, einmal zu betrachten:
Wir Erwachsene sind
- Vater oder Mutter
- Beziehungsperson, die Liebesbeziehung lebend oder verpassend, oder alleine lebend
- Erziehende der innerfamiliären Kinder
- Teil der weiteren Familie als Bruder, Schwester, Nichte, Tante, Onkel, Pate usw
- Nachbarn
- Gemeindeeinwohner
- Berufsperson
- Erwerbstätige Person, die Karriere suchend bzw. die Ertragslage verbessernd
- Verkehrsteilnehmende Person, die Mobilität lebend
- Teilnehmend oder abwesend in Vereinen bzw. anderer kulturelle Angebote
- Konsumierende Person
- Politik- Verantwortliche Person, mit der obligatorischen Verpflichtung, sich täglich
mindestens 2 Stunden über das politische Geschehen zu informieren, sich darüber
auszutauschen
usw....
Was ist Politik?
Vereinfacht kurz u bündig gesagt: Politik befasst sich mit der Organisation von unserem Zusammenleben.
In sehr beschränktem Rahmen, jedenfalls viel beschränkter, als man uns das in der Schule erzählt hat, haben wir als das einfache Fussvolk, als Stimmberechtigte ohne weitere Funktion nur geringe Einflussmöglichkeiten, mitzuwirken.
Mit dem Resultat, dass wir alle gewisse Gedankenmuster in uns herumtragen, welche die aktuelle Situation ausmachen.
Betrachten wir diese im Einzelnen:
- Es war schon immer so, da kann man nichts ändern.
- Was soll ich mich da einmischen, unsere Behörden machen es gut.
- Mich interessiert Politik nicht, ich habe ausserdem ein volles Programm .
- Politik ist ein Dreckgeschäft, da halte ich mich fern.
- in der Politik mitzumachen lohnt sich nicht, da wird man vorwiegend angepöbelt.
- Politik, was soll das, ist mir völlig gleichgültig, sie geht mir am Schienbein vorbei.
- Lasse mich in Ruhe, die hat mit mir nichts zu tun.
- Die machen in Bern ohnehin, was sie wollen.
- Und wenn ich mich engagiert und an der Gemeindeversammlung rede, werde ich von
Gleichgestellten noch angepöbelt.
- Wir leben weltweit gesehen im besten aller Länder, auch wenn es hie und hapert
Usw...
Das Entscheidende, weshalb sich die grosse Mehrheit in Gemeindewahlen bis zu 75% nicht mitmachen liegt darin, dass alle und noch ebenso viele mehr des oben Gesagten ein oder zwei Körnchen , vielleicht auch ein paar Kilos Wahrheit enthalten.
Die offenbar in Stein gemeisselten Gedankenmuster sind eben nicht nur Muster-Gedanken. Es sind wenigstens zum Teil auch konkrete Erfahrungen. Sie bilden Wahrheit und Realität. Somit sind es eben nicht nur Vorurteile, sondern riesige Steinblöcke auf dem Weg zu einer gemeinschaftlichen Lebensgestaltung ausserhalb des persönlichen Bereichs jenseits der dicken Wohnungstüre.
Wer diese hier aufgezählten Negativgründe in Abrede stellt, sie bestreitet, sie bagatellisiert, erweist dem Vorhaben, eine lebendige Gemeinschaft mit positiver Gedankenbildung einen Bärendienst.
Fazit: Analysieren wir genau, was unseren politischen Alltag ausmacht und nehmen wir die Gedankenmuster der Abwesenden ernst. Und diese Analyse kann Ausgangslage für ein aktives Miteinander sein.
Eine kritische Hauptfrage und ein bissiger Verdacht bleiben
Ohne den Behörden an den Karren fahren zu wollen, oder sie in Misskredit zu bringen, oder ihnen böse Absichten zu unterstellen: Betrachten wir kühl die heutige Situation
- der Abwesenheit grosser Bevölkerungsteile am Gemeindegeschehen,
- an den mager besuchten Gemeindeversammlungen (2 -3 % der Stimmberechtigten),
oder bei
- Abstimmungen über die Kanalisation oder bei den
- Wahlen der Behörden (in Affoltern am Albis 2022 laut dem nicht wiedergewählten
Gemeindepräsidenten magere 27%):
Dann kommen wir zur glasklaren Aussage, dass die Gemeindebehörden und auch die übergeordneten Behörden gar kein vermehrter Mitwirken der Gemeindeeinwohner wollen.
Nach dem Motto: «Wo kommen wir hin, wenn ein jeder meint, er müsse seinen Latz reinhängen»?
Fazit: Wollten sie unser Mitwirken in Form einer lokalen politischen Begleitgruppe, hätten sie schon längst uns ein Forum angeboten.