Gedanken zum Thema "Das Böse" bzw. Graswurzle und deren Gründerin

Der folgende Text wurde verfasst von der Gründerin der Graswurzle, Priska Würgler.

Publiziert am 18.4.2026

Anschliessend einige Gedanken von Fridolin Glarner, Autor und politischer Aktivist im kleinen Rahmen u.a.  mit der Homepage Hirngewitter.ch

Das Böse  –  im Grunde gut? 

Vom Bösen haben wir eine klare Vorstellung: Gewalt, verzerrte Fratzen, Dunkelheit, Blut. Doch selten begegnet uns das Böse so offensichtlich. 

Es erscheint oft leise, angepasst, mitunter auch im Namen des Guten. Das Böse wirkt sogar am stärksten, wenn es sich tarnt: als Wahrheit, Notwendigkeit, Sicherheit, Fürsorge. 

Doch an einem lässt sich das Böse deutlich erkennen: Es kann zerstören, aber nichts Eigenes hervorbringen. Es lebt von Trennung, Verzerrung und Abspaltung. 

Das Böse ist eine Kraft, die sich gegen den natürlichen Kreislauf des Lebens richtet. Böse ist, was in diesen Kreislauf eingreift, was trennt, entfremdet und Verbindungen zerstört.

Diese Kraft wirkt zwischen Menschen, in Gesellschaften – und auch in uns selbst: Wo wir Teile von uns abspalten, kann das Böse einkehren. 

Es richtet sich dann nach innen oder nach aussen. Dann stellt sich die Frage: Verletzen wir uns selbst? Oder andere? 

Dass das Böse etwas ist, das trennt, darauf verweist auch die Sprache: «diabolisch» leitet sich vom griechischen diabolos ab und kommt von «entzweien», «auseinanderbringen», «durcheinanderwerfen». 

In spirituellen Kreisen hört man manchmal, alles entspringe derselben Quelle – das Gute wie das Böse – und deshalb existiere das Böse im Grunde gar nicht. Doch diese Vorstellung ist grundfalsch und brandgefährlich. 

Denn wozu noch Verantwortung übernehmen, wenn man nicht mehr unterscheiden muss und selbst schwerste Verbrechen relativieren oder rechtfertigen kann? 

Das Leben selbst ist allumfassende Liebe, Verbindung, Entwicklung – das Böse kann nicht aus dieser Quelle hervorgegangen sein. Es entsteht, weil es sich von dieser Quelle getrennt hat. 

Es ist entscheidend, das Böse als solches zu erkennen, seine Ursachen und Mechanismen zu verstehen und ihm etwas entgegenzusetzen: Heilung. Und das Böse so in die Verbindung zurückzuführen. 

Denn uns allen ist es möglich, sich immer wieder von Neuem bewusst zu entscheiden: für die Verbindung oder für die Abspaltung. 

Uns obliegt die Verantwortung, zu unterscheiden: Was trennt und was verbindet, was schwächt und was stärkt. 

 

Ergänzende und zum Teil widersprechende Gedanken über das Böse von Fridolin Glarner

Dazu einige klare Worte gleich zu Beginn: Dieser Text enthält wertvolle, weiterführende Gedanken, aber auch mehrere Passagen, an eine Sekte erinnernd. Wer so klar weiss was bös ist, und das so beschreibt – keinen Widerspruch duldend, also apodiktisch auftritt – lässt keinen argumentativen  Spielraum, und weckt den Verdacht, selber einen Fuss im sogenannt Bösen stecken zu haben.

 

Soll von «dem Bösen» die Rede sein?

Dazu einige Gedankensplitter:

  • Das jüdische alte Testament, das AT, vom Christentum unbesehen und dummerweise und verhängnisvoll übernommen, redet vom Bösen, und gerade das, was die Juden an den Palästinensern ausleben, ihren schlimmen Rassismus, könnte als das pure Böse bezeichnet werden.

Insofern hat Würgler recht. Aber leider nur vordergründig. Richtig: Das Böse tarnt sich. Aber wir warnen davor, den Begriff «das Böse» zu verwenden. Verallgemeinernd, vermeintlich übergeordnet «vom Bösen zu reden, bedeutet, Ursache und Wirkung und die dafür Verantwortlichen zu schützen und zu verschleiern, oder uns auf eine ganz falsche Fährte führen zu wollen.  Denn dieses Dogma bewirkt die dem Bösen angelastete Tarnung.

Wer vom Bösen verallgemeinernd redet, verschleiert selber und tarnt selber. Denn das sogenannt Böse zB im Krieg Israels gegen die Palästinenser und gegen die Iraker und den Libanon sind Regierende.  Sie leben ihr Wesen aufgrund ihrer demokratisch getarnten Legitimation aus, weil von dummgehaltenen Wählenden gewählt. Durch diese ihnen zugestandene Machtballung sind sie in der Lage, ihre seelische Krankheit und ihr Machtbedürfnis hemmungslos auszuleben. So werden Waffen Menschenleben vernichtend eingesetzt. 

Daraus kann gefolgert werden, dass das Böse ein verschleiernder Begriff ist. Wer Menschenschädigendes verhindern will, muss ganz präzise bezeichnen, wer wo in dieser Hinsicht was veranlasst. Das sind Menschen, und Menschen haben Namen und eine Adresse, wo man sie findet und zur Rechenschaft ziehen sollte.

  • Das Böse in der Bibel soll Angst machen. Das gehört auch im Christentum mit dem NT zum Geschäftsmodell: Den Leuten Angst machen, sie als schuldig bezeichnen und ihnen dann Erlösung anbieten, wenn sie sich der aufkommenden Glaubensrichtung nach dem Tod von Jesus anschliessen. Dabei soll nicht vergessen werden, dass Jesus selber nie von einer Religion, also einem radikalen Dogma gesprochen hat. Auch von einer Institution Kirche, und den kirchlichen Gebäuden mit ihrem Glockenturm als wirkungsvolles Marketinginstrument, redete Jesus nie. Ebenso wenig von einer Verbreitung einer Religion. Das haben andere gemacht, die etwas geschäftstüchtiger waren, als er selber. Ihm ging es darum, die Liebe zu leben und die Beziehung zu Gott.

Das erwähnte Geschäftsmodell, um deren Verbreitenden gesellschaftlichen und materiellen Erfolg zu ermöglichen,  wurde erst im Laufe der folgenden Jahrzehnte oder Jahrhunderte entwickelt, aufgebaut und wie gesagt, verbreitet.

Wer mit diesen Gedanken hier Mühe hat, soll sich einmal vergegenwärtigen, wie Jesus aufgetreten ist und als Gegensatz dazu soll betrachtet werden, was seine selbsternannten «Nachfolger» in Rom, im Stadtteil des Vatikans sich an Palästen erbauen liessen. Mit Verlaub: Ein krasser Gegensatz zu dem, was Jesus, als Hippie auftretend, vorgelebt hat.

Geld bei Armen und Reichen zusammenbetteln und dem Versprechen, im Himmelreich Gottes (auch so eine geschickte Formulierung) einst einen schönen Platz zu erhalten, war die Basis, um eine doktrinäre Religion zuerst in Europa und dem nahen Osten bis in die Türkei zu etablieren, später in alle Welt ausbreitend, ähnlich einer Seuche, das Volk seiner Mündigkeit weltweit erfolgreich beraubend.

So sind übrigens auch die Klöster entstanden. Die Fürsten verschenkten das den Leibeigenen gestohlene Land den Klöstern im Glauben und der Hoffnung, im Himmelreich Gottes wiederum einen besonderen Platz einnehmen zu können.

Wir reden hier vom Bösen. Ist das, dieses verlogene Verhalten  der Kirchenfürsten und heutigen Kirchenfunktionären - bis heute, mehr als 2000 Jahre andauernd - das Böse? Wird die Religionsverbreitung  aller Religionen der Welt als das Böse erkannt?

Demzufolge wäre Würgler zu widersprechen, wenn sie behauptet, das Böse bringe nichts Eigenes hervor. Begründung: Siehe die Religionen, siehe die Kirchen und andere religionsbasierte Elaborate.

  • Wir als Leien mit bescheidenem Wissen haben keine Idee, was Würgler mit dem «natürlichen Kreislauf des Lebens» meint. Darunter kann man sehr Vieles verstehen. Aber wir pflichten bei, wenn sie «dem Bösen» das Trennende unterstellt.

Aber auch hier, es sind Menschen und nicht das abstrakte Böse, die trennen. Und genau diese Menschen, die aktiv in unser gesellschaftliches Leben eingreifen, sich Gehör verschaffen und durch den Mainstream emporgejubelt werden, die haben wir zu betrachten und der Kontrolle und ihrer Legitimation zuzuführen.

Philosophen sprachen und sprechen vielleicht auch heute noch von der Dualität. Diese beinhaltet die Trennung, nach dem Prinzip «Wir gegen sie», eine verhängnisvolle, trennende, gemeinschaftshindernde Haltung. So zum Beispiel «rechts gegen links» bzw. umgekehrt, oder das Reden vom «Volk und der Elite», was allerdings, um die soziologische Gegebenheit, die wir niemals als sakrosankt annehmen dürfen, als Realität zu betrachten und anzugehen haben. Oder die Trennung vom Westen gegen Russland, basierend auf der geistesschwachen Behauptung, Russland wolle den Rohstoffarmen, hochverschuldeten, kulturell absinkenden Westen einnehmen.

Ergo haben wir beim Trennen zu unterscheiden zwischen Wirkung und Ursache, aber wir sollen dort das Gemeinschaftliche, das genossenschaftliche anzustreben, wo allen Beteiligten weltweit Gerechtigkeit und Gleichberechtigung widerfahren soll.  Da brauchen wir nicht verschleiernd und verallgemeinernd vom Bösen zu reden. Das hilft nicht, im Gegenteil.

Würgler schreibt «wo wir Teile in uns abspalten» kann Böses einkehren. Das hinwiederum erinnert an Aussagen von sonntäglichen Sektenpredigern, die zugegeben einen grossen Zulauf aufweisen. Kommt noch Würglers Frage hinzu, ob wir uns selber verletzten, dann werden diese Aussagen zu Luftballons mit aufgemaltem Fragezeichen, die der Klärung bedürfen.

Da wären weiterführende Aussagen, jenseits dem verallgemeinernden, veralteten Begriff «des Bösen»  hilfreich. 

  • Wenn spirituelle Kreise davon reden, alles entspringe der selben Quelle, - das Gute wie das Böse – dann mögen wir auch diesen Kreisen zurufen, betrachtet die Quelle des Ursprünglichen, des Göttlichen, der göttlichen Kraft, die mitten unter uns, zwischen uns und in uns die im weiten All, dem Universum wirkt. Und letztlich, so nebenbei gesagt, die CO2 Lüge- aufzeigt. Das Klima kommt nicht durch das CO2, denn deren Gehalt von 0.04% in der Atmosphäre war schon in den Lexikas notiert, die vor dem Erscheinen des Massenverkehrs datieren.
  • Die Autorin, offenbar genau wissend, was «Böse» ist, hantiert in diesem Zusammenhang auch mit dem Begriff «Verantwortung». Kurz gesagt, verantwortungsvoll handeln bedeutet, die Folgen seines Handelns tragen. Wer einen Radfahrer anfährt, muss zur Verantwortung gezogen werden, somit hat er den angerichteten Schaden, soweit das überhaupt möglich ist, zu bezahlen.

Tragisch, dass unsere politischen Systeme so angelegt sind, dass selbst demokratisch gewählte Politiker (was immer das auch heissen mag)  in den allerseltensten Fällen die Folgen ihres Handelns selber tragen müssen. Die Entscheide werden in Gremien, Subgremien und in Arbeitsgruppen stark verdünnt, sodass nie klar wird, wer was bei höchster Bezahlung verbrochen bzw. entschieden hat. So zum Beispiel beim finanziellen Desaster vom Spital Wetzikon oder beim Spital in Affoltern, wo an den Stimmberechtigten  vorbei unter vielen anderen Fragwürdigkeiten, gutes Honorar einsackend, die rentierenden Abteilungen hemmungslos privatisiert worden sind.  Die Rede ist von Stefan Gyseler aus Hausen, Affoltern betreffend, und Kündig,  ehemals Gemeindepräsident in Gossau ZH und Spitalpräsident in Wetzikon.

Wörtlich schreibt Würgler am Schluss ihrer Epistel: «Denn uns allen ist es möglich, sich immer wieder von Neuem bewusst zu entscheiden: Für die Verbindung, oder für die Abspaltung».

Ob sie damit ihren Verein Graswurzle bzw. ihren Vereinsvorstand  gemeint hat?
An der Jahresversammlung 2024, die mit 10 monatiger Verspätung durchgeführt worden ist, musste sie zugeben, dass ihr infolge ihrem dominanten, bisweilen sturen Verhalten der gesamte Vereinsvorstand davon gelaufen ist, und sich an der Versammlung nicht mehr blicken liess. An jener Jahresversammlung wollte sie die Vereinsstatuten so abändern lassen, wonach der Vereinsvorstand künftig aus nur einem Mitglied, ihrem Freund, bestehen dürfe. Und ein Gönner, der ihr einige Monate den Lohn bezahlt hat, sagte wörtlich: »Die Priska ist halt keine Einfache».

Zugegeben, ihr Text ist interessant, aber bevor man über das weltweit Böse schwadroniert, ist es halt besser, wenn man das Gute bei sich selber probiert.